Langzeitprophylaxe oder auch langfristige Vorbeugung von Schwellungsattacken
Eine langfristige prophylaktische Behandlung dient dazu, die Entstehung von Schwellungsattacken zu verhindern. Die aktuellen internationalen Leitlinien empfehlen, Betroffene bei jedem Kontrolltermin hinsichtlich einer Prophylaxe zu evaluieren.
So kann eine komplette Krankheitskontrolle (=Attackenfreiheit) erreicht und die Lebensqualität von Betroffenen normalisiert werden.
Zudem ist eine langfristige Vorbeugung bei Betroffenen, die mit wiederholten Bedarfsbehandlungen nur unzureichend therapiert werden können, zu erwägen.
Kurzzeitprophylaxe oder auch kurzfristige Vorbeugung von Schwellungsattacken
Eine Kurzzeitprophylaxe kann z. B. vor einem medizinischen, zahnärztlichen oder chirurgischen Eingriff vor Schwellungsattacken schützen. So haben HAE-Patient:innen beispielsweise während und nach einer Zahnbehandlung, Magenspiegelung oder Intubation eine deutlich erhöhte Schwellungswahrscheinlichkeit. Wenn ein medizinischer Eingriff ansteht, der möglicherweise zu einer Schwellungsattacke führen kann, wie z. B. eine Zahnbehandlung oder eine Operation, kann mit C1-Inhibitor-Konzentraten vorbeugend behandelt werden.
Akuttherapie oder auch Bedarfsbehandlung
Ziel der Akuttherapie ist es, einen schnellen Rückgang der Schwellung herbeizuführen. Hierbei gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto weniger schwerwiegend wird die Schwellung und desto schneller bilden sich die Symptome zurück.
HAE und Geburt
Während und vor der Geburt treten, rein statistisch gesehen, HAE-Schwellungen selten auf. Trotzdem ist es ratsam, die Hebamme und das Krankenhaus/Geburtshaus darüber zu informieren, dass Sie HAE haben. So können gegebenenfalls zu einem frühen Zeitpunkt Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.
Fragebögen und Schwellungskalender
EXA/DE/HAE/0929