Typische Anzeichen von HAE sind starke, örtlich begrenzte Schwellungen (Ödeme) an verschiedenen Körperteilen. Sie können an der Haut von Händen, Füßen und Gesicht, aber auch im Magen-Darm-Trakt, im Mund, am Kehlkopf und an der Luftröhre und manchmal auch an den Geschlechtsorganen und in der Blase auftreten.

 

Normalerweise entwickeln sich die Schwellungen während einer HAE-Attacke langsam über mehrere Stunden. In den ersten 12 bis 36 Stunden werden die Schwellungen ohne Behandlung allmählich stärker und nehmen nach zwei bis fünf Tagen wieder ab. Attacken im Bauchraum können auch mit plötzlichen und starken Schmerzen beginnen, bevor Anzeichen von Ödemen (ein dicker Bauch durch austretende Flüssigkeit in die Bauchhöhle) erkennbar sind.

Wie häufig treten Attacken auf?

Die Schwellungsattacken treten immer wieder auf: bei manchen Menschen häufig (mehrmals wöchentlich), bei anderen selten (einmal im Jahr oder seltener). Leider ist es nicht möglich, vorherzusagen, wann oder an welchem Körperteil die nächste Attacke auftritt.

Typische Anzeichen

Hautschwellungen

Hautschwellungen zeigen in der Regel keine Rötung, vermehrte Wärme oder Juckreiz, können aber schmerzhaft sein. Dabei sind Hände und Füße, das Gesicht und der Genitalbereich betroffen. Die entstellten Körperteile und die Schmerzen sind zwar nicht lebensbedrohlich, können aber für die Betroffenen sehr belastend sein, weil sie sich so nicht in der Öffentlichkeit zeigen wollen und weil dadurch normale tägliche Aktivitäten schwierig oder sogar unmöglich werden können (z. B. wenn Hände oder Füße geschwollen sind).

Bild einer Schwellung der Ober- und Unterlippe

Foto: Prof. Dr. Murat Bas, HNO-Praxis, Ottobrunn

HAE Symptom: starke Schwellung der Ober- und Unterlippe
Bild einer geschwollenen Hand

Foto: Prof. Markus Magerl, Charité-Universitätsmedizin Berlin

HAE Symptom: stark geschwollene Hände
Bild geschwollener Füße

Foto: Prof. Markus Magerl, Charité-Universitätsmedizin Berlin

HAE Symptom: geschwollene Füße

Schwellungen im Magen-Darm-Trakt

Schwellungen im Magen-Darm-Trakt können starke Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Weil diese Anzeichen häufig auch bei anderen Erkrankungen auftreten, wird bei HAE-Patienten mit Magen-Darm-Attacken oft eine falsche Diagnose gestellt.

Bild von OP-Narben aufgrund falscher Diagnose

Foto: Prof. Markus Magerl, Charité-Universitätsmedizin Berlin

HAE Symptom: starke Bauchschmerzen - OP-Narbe aufgrund falscher Diagnose

Vorsicht bei Rachen-Schwellungen

Schwellungen im Bereich der Luftröhre, am Kehlkopf, im Rachen oder an der Zunge sind besonders gefährlich, weil man daran unter Umständen ersticken kann. In diesen Fällen muss unbedingt sofort ein Arzt aufgesucht werden!

Bild einer geschwollenen Zunge

Foto: Prof. Markus Magerl, Charité-Universitätsmedizin Berlin

HAE Symptom: geschwollene Zunge

ACHTUNG

Betroffene, bei denen diese Symptome im Rachenraum auftreten und die den Beginn einer Attacke vermuten, sollten sofort notärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Ödeme im Rachenraum sind potenziell lebensbedrohlich.

Symptom-Checkliste

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Was sind Auslöser für HAE?

Die Schwellungsattacken können sowohl eine Reaktion auf äußere Reize sein (z. B. Stress, Aufregung) als auch auf körperliche Belastungen (z. B. Verletzung, Krankheit). Die Auslöser der Schwellungsattacken sind bei allen Menschen mit HAE unterschiedlich.

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Wie wird HAE behandelt?

HAE ist nicht heilbar, aber es gibt wirksame Therapien zur Vorbeugung und Behandlung von Attacken. Die Therapie des Hereditären Angioödems sollte individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt sein.

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